TIMBUKTU

Im kino qtopia

Sonntag, 29.03.2015
18:30 Uhr
TIMBUKTU

TIMBUKTU

von Abderrahmane Sissako
Mali, 2014, ohne Dialoge de/fr, 100'
21:00 Uhr
TIMBUKTU

TIMBUKTU

von Abderrahmane Sissako
Mali, 2014, ohne Dialoge de/fr, 100'
Montag, 30.03.2015
20:30 Uhr
TIMBUKTU

TIMBUKTU

von Abderrahmane Sissako
Mali, 2014, ohne Dialoge de/fr, 100'
TIMBUKTU
von Abderrahmane Sissako
Mali, 2014, ohne Dialoge de/fr, 100'

 

Abderrahmane Sisskao schafft es auf bewegende Weise, dem grassierenden Fundamentalismus auf sanfte  Art ein zutiefst menschliches Filmgedicht entgegenzuhalten.

 

Die von Mythen umwobene malische Stadt Timbuktu wird von Dschihadisten übernommen, die ihre Vorstellungen des Lebens mit Mitteln von Gewalt und Einschüchterung der muslimischen Bevölkerung aufzwingen wollen. Diese lebt zwar längst nach den Regeln des Korans und sieht sich mit einem Mal Vorschriften gegenüber, die mit ihrem Glauben nichts zu tun haben.

 

Abderrahmane Sissako zeichnet seine religiöse Extremisten ganz bewusst nicht als üble Kerle, sie sind vielmehr ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Fanatikern, unfähig, im Alltag zu bestehen und voll von Widersprüchen. Sie kommen von überall her und haben mitunter Mühe, einander zu verstehen - sie sprechen offensichtlich nicht alle die gleiche Sprache, viele verstehen nicht einmal Arabisch.

 

Für die Menschen in Timbuktu ist es nicht nachvollziehbar, warum sie nicht mehr rauchen, musizieren oder Fussballspielen sollen, warum selbst die Fischverkäuferin auf dem Markt Handschuhe tragen muss. Zu den Glanzpunkten dieses federleicht daherkommenden Films über die Tragödie religiösen Fundamentalismus' gehört ein Fussballspiel ohne Ball.

 

Bravourös erzählt Sissako in atmenberaubenden Bildern und einer Sanftheit, die das Drama, das er betrachtet, erst recht hervorhebt. Ursprünglich wollte er einen dokumentarischen Essay über die Ausbreitung des islamischen Fundamentalismus in der Gegend der malischen Stadt Timbuktu gestaltet, doch nachdem er vor Ort die Steinigung eines ehebrecherischen Paares durch die Extremisten erlebt hatte, entschied er sich dafür, einen Spielfilm zu drehen.

 

«Der Mauretanier Sissako präsentierte mit «Timbuktu» eine ergreifende Anklage islamistischer Terrorherrschaft... vor allem zeigt Sissako eines: wie ein Volk gegen seine Despoten aufbegehrt; wie ein Imam den Jihadisten die Stirn bietet; wie eine junge Frau singt, während sie für genau das ausgepeitscht wird; wie junge Leute dann eben ohne Leder Fussball spielen – in der hinreissendsten Szene dieses Films, der eine so ergreifende wie wichtige Anklage des islamistischen Terrors ist. In seiner wütenden Verzweiflung ist es ein überaus poetisches, bildschönes Werk und erntete entsprechend viel Applaus.» (NZZ)

 

«Wieder einmal stellt Abderrahmane Sissako unter Beweis, dass er nicht nur einer der grössten afrikanischen Filmemacher, sondern einer der ganz Grossen überhaupt ist. Seine unverwechselbare Handschrift ist die berührende Art und Weise, Schönheit dort einzufangen, wo er sie findet: in den Gesichtern von Männern, Frauen und Kindern, in kurzen Augenblicken des Glücks, und in der vom Wahn der Menschheit unberührten Ruhe der Natur.» (arte)

 

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