MADEINUSA
Im kino qtopia
MADEINUSA
MADEINUSA
In "Madeinusa" erzählt die junge peruanische Regisseurin Claudia Llosa vom Mädchen Madeinusa in einem kleinen peruanischen Dorf. Ihr Vater ist der Bürgermeister hier und wahnsinnig stolz, dass seine Tochter für das bevorstehende Fest "Heilige Zeit" zur "Heiligen Jungfrau" ausgewählt wurde. Fast wie in einem Brautkleid gesteckt wird seine Tochter den Umzug durchs Dorf anführen. Sie wird den Jesus vom Kreuz nehmen dürfen und dessen Augen berühren dürfen. Der Bürgermeister selber wird mit den Ältesten im Zelt sitzen und nach alter Sitte werden sich die Männer gegenseitig die Krawatten abschneiden.
Der Karneval grüsst nicht nur bei diesem Ritual. Auch hier in dem entlegenen Winkel Südamerikas gelten die wenigen Tage "Heilige Zeit" als Freifahrtschein vor dem Herrn. Alles, was in dieser Periode an Sünden geschieht, wird vergeben werden. In diesen feuchtfröhlichen Feierlichkeiten und der erotisch aufgeladenen Stimmung platzt ein junger Fremder, ein attraktiver Grossstädter, in die Gemeinschaft. Der Bürgermeister sperrt ihn zunächst einmal weg, auf dass er nicht störe. Doch eingesperrt bleibt der Mann nicht lange, denn Madeinusa entdeckt ihre Zuneigung für den Gefangenen. Er bietet ihr gleich zwei Chancen. Im echten Leben keine "Holy Virgin" mehr bleiben - und das Provinznest verlassen, um die grosse Stadt Lima kennen zu lernen. Dahin, wohin es ihre Mutter schon vor Jahren hinzog.
«Llosa ist eine kraftvolle Erzählerin, eine genaue Beobachterin mit Sinn
für schwarzen Humor, ihr Blick ist dem von Buñuel verwandt.» (Der Bund)
«Überzeugende Bilder und eine durchwegs gute Besetzung sorgen dafür, dass
die an der Grenze zum Absurden geratende Handlung authentisch wirkt.» (Basler Zeitung)
«Halb ethnographisches Dokument, halb absurd verbogenes Revolutionsdrama,
überragt der Film durch Bildkraft und Idee das gegenwärtige
südamerikanische Kino um Haupteslänge.» (FAZ)
«Die Regie ist karg und das Spiel der Akteure sparsam. Aber
seltsamerweise stellt sich gerade dadurch ein Detailreichtum ein, der
uns eine indianische Bergkultur facettenreich entschlüsselt.» (Tages-Anzeiger)
«Claudia Llosa (Nichte von Mario Vargas Llosa) vermittelt in ihrem
eigenwilligen Spielfilmerstling ein ebenso faszinierendes wie
erschreckendes Bild eines indigenen Peru, wo farbenfrohe Rituale
Obskurantismus und Rückständigkeit kaum verbergen.» (NZZ-Ticket)
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