TAXI TEHERAN

Im kino qtopia

Dienstag, 08.09.2015
20:30 Uhr
TAXI TEHERAN

TAXI TEHERAN

von Jafar Panahi
Iran, 2015, ohne Dialoge de, 82'
TAXI TEHERAN
von Jafar Panahi
Iran, 2015, ohne Dialoge de, 82'

 

Mit viel Menschlichkeit und Humor fängt Jafar Panahi die Stimmung in der iranischen Gesellschaft ein. «Taxi Teheran», ein vibrierender und unglaublich vielschichtiger Film, wurde im Februar an der Berlinale verdientermassen mit dem Hauptpreis – dem Goldenen Bären – ausgezeichnet.

 

Ein Taxi fährt durch die farbenfrohen Strassen der pulsierenden Stadt Teheran. Die unterschiedlichsten Menschen steigen zu. Der Fahrer spricht mit den Passagieren, die offen und unverblümt sagen, was sie denken. Da ist etwa ein Raubkopierer, der Filme vertreibt, deren offizielle Aufführung verboten ist. Oder ein Mann, der aus Angst ein Verbrechen nicht anzeigt. Und zwei abergläubische Damen, die ein Goldfischglas zu einer Quelle bringen müssen, um ein Unglück abzuwenden. Während der teils heiteren, teils dramatischen Fahrten wird politisiert und gescherzt. Am Steuer des Taxis sitzt niemand Geringeres als der Regisseur Jafar Panahi selbst.

 

Seit Jahren ist er vom iranischen Regime mit einem Berufs- und Reiseverbot belegt. Doch Jafar Panahi lässt sich nicht unterkriegen. Er realisiert seine Filme heimlich und lässt sie ausser Landes schmuggeln.

 

«Es ist ein auch formal geniales Kabinettstück mit klugem, sparsamem Einsatz traditioneller Musik, langen Plansequenzen und gekonnt orchestriertem Zusammenspiel aller Beteiligten, von denen bewusst im Unklaren bleibt, wie weit sie nur schauspielern.» (NZZ)

 

«So niet- und nagelfest ist dieser Film gearbeitet, dass man schon fast wieder ans Wunder der Improvisation glaubt. Es ist aber das künstlerische ­Mirakel einer geschaffenen Zufälligkeit, und so weiss man dann nicht immer genau, wo die Kunst ins Wirkliche übergeht und ob einer noch Schauspieler ist oder doch schon Fahrgast.» (Tages-Anzeiger)

 

«'Taxi' ist eine raffinierte Eulenspiegelei, ein witziges und wahrscheinlich auch wieder nicht ungefährliches Spiel mit dem Feuer und der Ungerechtigkeit. Und einer jener Filme, die zwangsläufig dazu führen, dass man wieder einmal mit schlechtem Gewissen und leicht schockiert die Kunst bewundert, die entsteht, wenn die Zensur originelle Umgehungen ihrer selbst erzwingt.» (SRF)

 

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