FUOCOAMMARE
Im kino qtopia
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Samuele ist zwölf und lebt auf einer Insel im Mittelmeer, weit entfernt vom Festland. Wie alle Jungen seines Alters geht er nicht immer gern zur Schule. Viel lieber klettert er auf Uferfelsen, hantiert mit seiner Schleuder oder streift am Hafen umher. Doch seine Heimat ist keine Insel wie alle anderen. Schon seit Jahren ist sie das Ziel von Männern, Frauen und Kindern, die in viel zu kleinen Booten und altersschwachen Schiffen aus Afrika überzusetzen versuchen. Die Insel heisst Lampedusa und gilt als Metapher für die Fluchtbewegung nach Europa.
Gianfranco Rosi nähert sich durch Alltagsbeobachtungen einem ebenso realen wie symbolischen Ort und der Gefühlswelt einiger seiner Bewohner, die einem permanenten Ausnahmezustand ausgesetzt sind. Zugleich beschreibt der Film, der ohne Kommentar auskommt, wie sich zwei Welten selbst auf kleinstem Raum kaum berühren.
«Wir wurden geradezu überwältigt von der besonderen Kraft eines Films, der Kunst und politische Einsichten miteinander verbindet. Und das ist das Herz der Berlinale.» (Berlinale-Jurypräsidentin Meryl Streep zum Gewinner des Goldnene Bären 2016)
«Er [Rosi] kontrastiert idyllische Szenen vom Alltag der Inselbewohner mit Momenten, die das Grauen der Flucht auf kleinen, völlig überfüllten Booten zeigen. Auch vor Bildern des realen Sterbens schreckt er nicht zurück. Bei der Preisverleihung in Berlin sagte er: "In diesem Augenblick gehen meine Gedanken an all jene, die es nicht geschafft haben, auf Lampedusa anzukommen, der Insel der Hoffnung."» (dpa)
«Zeitdokument, das die weltweite Flüchtlingsproblematik am Beispiel von Lampedusa spür- und begreifbar macht.» (kino.de)
«Rosis Blick mag nüchtern sein, er ist aber auch liebevoll. In einem leisen Monolog zieht der Arzt, er heisst Pietro Bartolo, die Summe seiner Erlebnisse mit den vielen Tausend Flüchtlingen, die sich der Willkür des Schicksals anvertrauen: "Jeder Mensch, der sich so nennt, muss diesen Menschen helfen."» (welt.de)