CARNAGE
Im kino qtopia
CARNAGE
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Zwei Elfjährige raufen sich auf dem Spielplatz, dabei schlägt der eine seinem Gegner zwei Zähne aus. Um die Angelegenheit in aller Vernunft zu regeln, treffen sich die Eltern der beiden Streithähne: Die selbstbewusste Nancy (Kate Winslet) und der smarte Alan (Christoph Waltz) müssen stellvertretend für den Übeltäter bei der überkorrekten Penelope (Jodie Foster) und dem biederen Michael (John C. Reilly) antanzen. Was als friedlicher Austausch über Zivilisation, Gewalt und die Grenzen der Verantwortlichkeit beginnt, entwickelt sich schon bald zu einem Streit voller Widersprüche und grotesker Vorurteile. Und schliesslich platzt die dünne Haut der bürgerlichen Kultiviertheit auf: Vier Erwachsene geraten in heftige Diskussionen mit wechselnden Fronten und alle Beteiligten verlieren zum ende ihre Fassung.
Der Film mit vier grossartigen Schauspielerinnen und Schauspielern überzeugt auf der ganzen Linie und ist schneller fertig, als dem Kinopublikum lieb sein kann. Er basiert auf dem erfolgreichen Broadway-Stück "God of Carnage", welches bis heute über 400 Mal aufgeführt wurde. Am Zürcher Schauspielhaus wurde das Stück von Yasmina Reza unter dem Titel "Der Gott des Gemetzels" 2007 gespielt.
«Kate Winslet, Christoph Waltz, Jodie Foster und John C. Reilly spielen die New Yorker Mittelstandsgrößen mit einer souveränen Abgefeimtheit. Sie wechseln ständig Tempo, Emotion und Fronten: Paar gegen Paar, Männer gegen Frauen, alle gegen einen. Immer mehr Lebenslügen, Teppiche falschen Selbstverständnisses werden unter den Füssen der Schauspieler und Zuschauer weggezogen. Seltsam erschüttert verlässt man das Kino - und seltsam beschwingt.» (ZDF Aspekte)
«Dass dieses Kammerspiel im Kino so gut funktioniert, liegt vor allem auch an den Schauspielern. Das Spiel aller vier ist zum Niederknien, wenn auch Nancy und Alan in ihrem unterhaltsamen Zynismus mehr Sympathiepunkte sammeln. Aber auch das zeigt ja nur, wie schlecht es um uns steht - wenn man uns lässt.» (Stern)
«Polanski hat aus jedem dieser schauspielerischen Schwergewichte, mit denen er da arbeitet, etwas besonderes herausgeholt, aus hochgezogenen Brauen, aus kleinen Gesten, Physiognomien - irgendwie zaubert er immer Höchstleistungen hervor. Die Nahaufnahmen werden immer mehr im Verlauf des Films, es gibt keine haltbaren Allianzen zwischen den Figuren; und Polanski sieht sie vielleicht nirgends mehr: Jeder für sich und Gott gegen alle.» (Süddeutsche Zeitung)
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