MELAZA
Im kino qtopia
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Über den absurd-mühseligen Alltag eines jungen Paares zeigt das Erstlingswerk Melaza im Kleinen das grosse Drama seines Landes: Eine Insel, die lange von einer Revolution und noch länger vom Zucker gelebt hat und jetzt ohne beide überleben muss.
Mónica und Aldo leben als Paar in Melaza, einem fiktiven Dorf im „Valle de los Ingenios“ (Tal der Zuckermühlen) auf Kuba. Im bescheidenen Haushalt – eigentlich eine aus Blech zusammengeschusterte Hütte - leben auch Mónicas übergewichtige Tochter sowie die Grossmutter im Rollstuhl. Die Einkünfte der kleinen Familie sind spärlich, Aldo und Mónica müssen jeden Tag wieder von neuem schauen, wie sie alle über die Runden bringen.
Die Zuckermühle von Melaza wurde „vorübergehend desaktiviert“ und mit ihr ist das ganze Dorf zum Stillstand gekommen. Mónica zieht trotzdem jeden Tag ihre Arbeitsuniform an und stempelt in der Fabrik, wo sie den Stillstand verwaltet. Aldo unterrichtet eine Schar Kinder, aber auch im Bildungssystem garantiert das Grundeinkommen längst kein Überleben mehr. Fantasie ist gefragt. Aldo und Mónica vermieten ihre Wohnung stundenweise an Yamilé, die sich ihrerseits ihre Existenz mit gelegentlichen Freiern sichert. Doch eines Tages taucht die Polizei auf und erwischt sie in flagranti.
Es setzt eine hohe Busse für die Wohnungsvermieter ab, die dafür keine Lizenz besitzen. Wie das bezahlen? Mónica findet zwar eine Anstellung als Hausangestellte bei einer wohlhabenderen alten Dame und das Schlimmste scheint abgewendet, doch kurz darauf wird sie verdächtigt, Schmuck gestohlen zu haben, und fliegt raus. Die Verzweiflung des jungen Paares wächst und sie können eigentlich nur noch auf ihre unerschütterliche Liebe zählen.
Drastischere Schritte drängen sich auf, die nun jeder lieber heimlich für sich abwickelt. Aldo will auf den gefährlichen Fleischhandel ausweichen - in Kuba aufs Schärfste verboten und mit hohen Geld- und Gefängnisstrafen belegt. Und Mónica will zum allerletzten Mittel greifen. Was bleibt ist die Hoffnung auf bessere Zeiten – und die Liebe.
«Regisseur und Drehbuchautor Carlos Lechuga zeigt in seinem ersten Langspielfilm ein ländliches Kuba, das man so noch kaum im Kino gesehen hat.» (NZZ)
«Lechugas Film beeindruckt dank schlichter Bilder und der ironischen Leichtigkeit, mit der das bittersüsse Schicksal des Liebespaars geschildert wird.» (Züri-Tipp)
«Carlos Lechuga, der junge Poet unter den Filmern Kubas, besingt auf humorvolle Art die Liebe zu seinem Land: Sie muss neu erfunden werden, wie Rimbaud das einst forderte.» (Tages Woche)
«Lechuga vermittelt uns wertvolle Einblicke in ein Land und seine Bevölkerung, die wir so noch nie gesehen haben. Immer wieder eröffnet uns sein lakonischer Humor auf überraschend leichtfüssige Art den bitteren kubanischen Alltag.» (Aargauer Zeitung)
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