INCENDIES
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Jeanne soll ihrem Vater ein Couvert überreichen. Und Simon seinem Bruder einen Umschlag geben. Das ist der letzte Wille ihrer Mutter. Die Geschwister sind irritiert. Von einem Bruder haben sie nichts gewusst. Und ihr Vater, das glaubten die beiden, sei längst tot.
Simon mag nichts unternehmen. Jeanne jedoch erkennt, dass das die Chance ist, das Schweigen der Mutter zu verstehen. Sie bricht von Kanada in den Nahen Osten auf, um ihren Vater zu suchen und mehr über ihre Familie zu erfahren. Sie findet die Spuren einer höchst ungewöhnlichen Frau...
Der kanadische Regisseur Denis Villeneuve erzählt von einer aufwühlenden Reise in die Vergangenheit, von der Suche nach der eigenen Identität. Dabei versteht er es, verschiedene Zeitebenen auf höchst gekonnte Art zu verbinden.
Unerklärlicher Hass und unzerbrechliche Liebe liegen in «Incendies» nahe beieinander. Mit der erzählerischen Sprengkraft einer klassischen Tragödie bezeugt Villeneuve den gnadenlosen Kreislauf von Gewalt und eine Lebenskraft, die alles überwindet. Ein dramatischer Film, der gleichzeitig voller Lyrik ist, streckenweise surreale Züge annimmt und auch durch herausragende darstellerische Leistungen überzeugt.
«Über dem sich zur antiken Tragödie aufplusternden Drama - gedreht hat den Film der Kanadier Denis Villeneuve aufgrund eines libanesischen Theaterstücks - liegt ein permanentes Gefühl von Bedrohung und Terror, das die Kamera mittels naher Einstellungen auf den Zuschauer überträgt. Das erschwert die Orientierung, macht Brutalität dafür unmittelbar spürbar - besonders dann, als Rebellen einen Reisebus gnadenlos in Schutt und Asche legen.» (ZüriTipp)
«Sehr geschickt, spannend und am Ende höchst überraschend erzählt Regisseur Denis Villeneuve von der Suche der Kinder in der Gegenwart und dem bitteren Schicksal der Mutter in der Vergangenheit. Sein zwischen den Zeiten und Kulturen hin und her springender Film ist ein politisches, religiöses und zugleich familiäres Drama, das den Zuschauer wie in einem Sog mitzieht. Ein Film, der einen stets aufs Neue ergreift und erstaunt.» (zitty)
«Denis Villeneuve hat den wortgewaltigen Lyrismus des Stücks zu einem heimtückischen Mosaik verdichtet, in dem die Figuren wenig sprechen, die Bilder dafür umso mehr.» (Tages-Anzeiger)
«Villeneuve erzählt druckvoll, aber immer voller Mitgefühl für seine tragische Heldin.» (Spiegel Online)
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