A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT

Im kino qtopia

Dienstag, 09.06.2015
20:30 Uhr
A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT

von Ana Lily Amirpour
Iran, Vereinigte Staaten, 2014, ohne Dialoge de, 104'
A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT
von Ana Lily Amirpour
Iran, Vereinigte Staaten, 2014, ohne Dialoge de, 104'

 

Die erste iranische Vampirfilm-Romanze und ein einzigartiger, surrealistischer Genremix. Eine zarte Liebesgeschichte zweier verlorener Seelen in einer hypnotisierenden, mythischen Zwischenwelt. In magischen Schwarz-Weiss-Bildern und mit einem vibrierenden Soundtrack gelingt der iranisch-amerikanischen Regisseurin Ana Lily Amirpour ein doppelbödiges und sinnliches Traumspiel voll visueller Kraft und abgründiger Provokationslust.

 

In der iranischen Geisterstadt Bad City gehen seltsame Dinge vor. Hier tummeln sich die Erschöpften und Verbrauchten, Gesetzlose und ihre Opfer, die Wände schwitzen Verbrechen aus ihren Poren. Doch kaum einer, der hier lebt, ahnt, dass in dieser Stadt auch ein stiller Vampir umgeht, ein Vampir auf Rädern. 

 

So geht es auch dem jungen, attraktiven Arash. Um die Schulden seines Vaters zu begleichen, muss er seinen geliebten Ford Thunderbird an den verschlagenen Dealer Saeed abtreten. Wütend auf alles und jeden, streift er durch die Strassen und begegnet einem Mädchen, das rätselhaft anziehend ist. Schon bald entdeckt Arash ihr Geheimnis: sie ist ein Vampir. Verhüllt in einen Tschador durchstreift sie Nacht für Nacht die Stadt auf ihrem Skateboard und erleichtert Bad City um so manches widerliche Subjekt. Arash und das namenlose Vampir-Mädchen freunden sich langsam an. Und eine zarte Liebesgeschichte entsteht an einem Ort, an dem eigentlich kein Platz dafür ist.

 

«Iranischer Western mit einer feministischen Vampirin: So lustvoll wie in "A Girl Walks Home Alone at Night" wurden die Kinogenres schon lang nicht mehr durchgewirbelt.» (Spiegel Online)

 

«Radikal und mit suggestiver Energie führt uns die Regisseurin in ihrem in den USA produzierten Film in die sozialen und sexuellen Abgründe der iranischen Gesellschaft, indem sie den Vorhang von Tugendrigorismus und Körperfeindlichkeit lüftet und damit den verdrängten Schichten eines kollektiven Unterbewusstseins Raum verschafft.» (NZZ)

 

«Auf die Geschichte kommt es nicht wirklich an. Auch wenn der Film mit der seltsamen Romanze zwischen Vampir-Girl und James-Dean-Boy seine humorvollen Seiten hat: Worauf es ankommt, ist der Stil und die Stimmung. Der Zuschauer wird überrascht mit einem Genre-Mix, den es so noch nie zu sehen gab. Für das Auge gibt es ästhetische Schwarz-Weiss-Aufnahmen mit gekonnten Licht-Akzentuierungen. Akustisch beschwingt der Soundtrack, der von persischem Indie-Pop zu Neo-Wild-Western-Klängen à la Ennio Morricone reicht. Dazu rattert einsam in der Nacht das Skateboard auf dem rauen Asphalt.» (SRF)

 

Mehr zu A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT:

Cineman: «Ein seltsamer Ort zum Verlieben»